EU AI Act: Artikel-6-Pflichten treten im Mai 2026 in Kraft

release · 18. April 2026 · Europäische Kommission

Zuletzt geprüft 24. April 2026

Die Europäische Kommission hat bestätigt, dass am 2. Mai 2026 die nächste Stufe des AI Act aktiviert wird. Konkret greifen die Pflichten aus Artikel 6 für High-Risk-Systeme: Risk-Management, Daten-Governance, technische Dokumentation, Logging, menschliche Aufsicht und Robustheitsnachweise. Anders als in Phase 1 und 2 sind davon nicht nur Provider wie OpenAI oder Anthropic betroffen, sondern auch Deployer - also Unternehmen, die KI-Systeme im Kundenkontakt, in Personal-Prozessen oder im Scoring einsetzen.

Für lakis-Leser im Mittelstand heißt das: Wer KI im Recruiting, in Kreditentscheidungen, in Versicherungs-Scoring oder in sicherheitskritischen Prozessen einsetzt, muss nachweisen können, dass System-Risiken aktiv gemanagt werden. “Wir nutzen halt ChatGPT-Enterprise” reicht nicht - die Pflicht liegt beim deployer, nicht beim Anbieter. Deutsche Aufsichtsbehörden (BSI, BfDI) arbeiten bereits an konkreten Prüfrastern.

Was jetzt konkret zu tun ist: erstens, Inventar aller KI-Systeme im Unternehmen erstellen und nach AI-Act-Risikoklassen einsortieren. Zweitens, für High-Risk-Systeme Risiko-Assessments dokumentieren. Drittens, Logging-Anforderungen (sechs Monate Mindestens) technisch sicherstellen. Wer bis Mai nicht compliant ist, riskiert im Ernstfall Bußgelder bis 15 Mio. Euro oder 3% des globalen Jahresumsatzes - das ist die harte Kante des Gesetzes.

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